Für die Frühjahrstagung am 26. bis 28. März in Hofgeismar gibt es leider keine freien Plätze mehr.
Asylerstanträge von unbegleiteten Minderjährigen steigen auch 2011 leicht an
Mittwoch, 15. Februar 2012
Die Zahl der Asylerstanträge von unbegleiteten Minderjährigen ist nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auch im vergangenen Jahr leicht gestiegen. 2011 stellen 2.126 unbegleitete Minderjährige einen Asylerstantrag, im Gegensatz zu 1.948 im Jahr 2010. Auffällig ist, dass der Anteil der unter 16-Jährigen zugenommen hat und mittlerweile bei 33% liegt (2010: 27%). Auch die Schutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen ist von 35% 2009 auf 40% im Jahr 2010 gestiegen. Bei volljährigen Asylbewerbern lag die Schutzquote 2010 bei 24% (allerdings erklärt sich der Unterschied auch dadurch, das kaum Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen aus Serbien gestellt wurden). Afghanistan war im vergangenen Jahr immer noch das mit großem Abstand zahlenstärkste Herkunftsland. 1.092 unbegleitete Minderjährige aus Afghanistan stellten einen Asylerstantrag. Dann folgen Irak (199), Somalia (112) und Syrien (84) als Herkunftsländer.
Umgang mit Schutz suchenden Kindersoldaten in Deutschland
Mittwoch, 08. Februar 2012
Die Bundesregierung gibt auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke ausführlich Auskunft über die Situation von Kindersoldaten in Deutschland. So wurden in den Jahren 2008 und 2009 die Asylerstanträge von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen danach ausgewertet, ob Jugendliche ausgesagt haben, als Kindersoldat gedient zu haben oder aus Furcht vor einer Rekrutierung geflohen zu sein. Interessant sind auch die Auskünfte der Bundesregierung zu der Haltung gegenüber den Vorschlägen der europäischen Kommission zum gemeinsamen Europäischen Asylrecht. Hieraus wird deutlich, dass die Bundesregierung weiterhin daran festhält, die 16- und 17-jährigen Jugendlichen anders als die übrigen Minderjährigen zu behandeln.
Der European Council on Refugees and Exiles (ECRE) und Save the Children haben im Jahr 2011 in Auftrag der EU-Kommission eine Studie über die (zwangsweise) Rückkehr von minderjährigen Flüchtlingen erstellt. Der Bundesfachverband UMF hat sich an dieser Studie als National Contact Point beteiligt. Die englisch-sprachige Studie gibt einen Überblick über die Situation in der EU und in verschiedenen Aufnahmeländern. Grundlage der Studie sind die in der EU-Rückführungsrichtlinie formulierten Regelungen.
Wir laden ein zur 16. Frühjahrstagung in Hofgeismar!
Freitag, 13. Januar 2012
Die 16. Frühjahrstagung des Bundesfachverband UMF "Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Deutschland" findet in der Zeit 26. - 28. März 2012 in der Evangelischen Akademie Hofgeismar / Kassel statt. Um das Tagungsangebot auch in diesem Jahr wieder für möglichst viele Menschen attraktiv zu gestalten, haben wir einige Anregungen aus den vergangenen Tagungen aufgegriffen. Es werden wieder junge Flüchtlinge zu Wort kommen und ihre eigene Perspektive vertreten. Es wird Raum geben für ausführlichen Austausch zwischen den Fachkräften, um auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Und es wird mehr Zeit in den Workshops geben, um die zentralen Themen wie Zugang zu Bildung, Traumatisierung und pädagogische Konzepte ausführlich zu behandeln.
Zusätzlich bieten wir in diesem Jahr zum ersten Mal eine Grundlagenschulung und Erfahrungsaustausch zur Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen an. Diese findet am 4.-5. Juni 2012 in der Evangelischen Akademie Hofgeismar / Kassel statt. Die zweitägige Schulung richtet sich speziell an berufliche Einsteiger und ehrenamtliche Kräfte, um ihr Wissen über den Umgang mit jungen Flüchtlingen zu vertiefen. Zudem dient die Tagung auch als Möglichkeit zur Auffrischung und Reflexion von bereits bestehenden Kenntissen.
Nach Angaben des bayerischen Flüchtlingsrats befinden sich mittlerweile schon 50 Jugendliche in der Bayernkaserne im Hungerstreik. Die Regierung von Oberbayern ist für die katastrophale Unterbringung der Minderjährigen verantwortlich und seit vielen Jahren verweigert sie eine angemessene Unterbringung und Betreuung. Es ist nicht mit dem Jugendhilferecht zu vereinbaren, was viel zu lange in Bayern geduldet wird. Es muss sich jetzt was ändern. Dringend!