Weltkindertag

Veranstaltung 

Titel:
Weltkindertag 2009
Wann:
21.09.2009 - 22.09.2009
Kategorie:
Veranstaltungen

Beschreibung


Zwischen Ankunft und Abschiebung
Ein Fazit der
Veranstaltungen zum Weltkindertag 2009

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Mit zwei Veranstaltungen am 21.09. in Hannover und am 22.09. in Paderborn anläßlich des Weltkindertages reagierte der Bundesfachverband UMF auf sich häufende Berichte zu Jugendlichen in Abschiebegewahrsam. Doch diese sind lediglich das tragische Symbol einer Ausländerpolitik, die an sich fehlgeschlagen ist.

Das Problem sind nicht nur die Abschiebungen, wenn sie denn vollzogen werden. Es geht
um eine viel stärkere Wirkung dieser Maßnahme, die weit über den Vollzug hinausgeht. Zum einen ist das die Unberechenbarkeit und Willkürlichkeit. Selbst erfahrene Personen in der Flüchtlingsarbeit sind immer wieder schockiert über bestimmte Fälle, mit welcher Härte, Schnelligkeit und Unberechenbarkeit Abschiebungen vollzogen werden. Und wie schnell sich die politische Entscheidungsgrundlage ändert. Die politische Instrumentalisierung sorgt bei den Betroffenen für den gewünschten Effekt: Fühlt Euch nicht zu sicher. Benehmt Euch. Stellt Euch darauf ein, dass wir Euch wegkriegen, wenn wir es wollen.

Zum anderen ist Abschiebehaft der Extrempunkt in der permanenten Auseinandersetzung
podium-paderborn-2009mit staatlichen Behörden. Das Gespenst der Abschiebung hat jeder Flüchtling vor Augen, wenn er oder sie hier ankommt. Wie schön wäre es, wenn man Jugendlichen nach erfolgreicher Flucht erst mal vermitteln könnte, dass sie nun zunächst in Sicherheit sind. Unabhängig ob eine Person Recht auf Asyl hat, aus welchem Grund sie hier ist und wohin sie will. Es gibt in den meisten Fällen auf dem gesamten Weg der Flucht niemanden, der diesen Schutz vermittelt. Stattdessen müssen sich Minderjährige vom ersten Tag an mit unterschiedlichsten Behörden und Einrichtungen auseinanfdersetzen, deren Funktionen bisweilen für die Jugendlichen völlig im Dunkeln bleiben – und daher auch keine Vertrauensbeziehung aufgebaut werden kann. Abschiebehaft ist die Spitze des Eisbergs, dessen eisige Masse aus Fingerabdrücken, Asylantrag, Notunterkunft, Eurodac-Treffer, Betreuung durch Sicherheitskräfte, Befragung durch Rückkehrberater, Personalkontrolle durch Polizei und ähnlichem besteht. Leider fallen deutsche Behörden in das Fauchen und Kettenrasseln aller Migrationsregime ein – wohlwissend, dass es für die Jugendlichen (re-)traumatisierenden Stress bedeutet und Menschenrechte verletzt werden.

Deswegen wird eine kindeswohlorientierte Inobhutnahme durch eine Abschiebeandrohung konterkariert. Die Jugendlichen leben ständig mit Unsicherheit und leiden unter der Anspannung: Das führt zu gesundheitlichen Problemen, schlechten Schulbedingungen, Misstrauen gegenüber allen Beteiligten und Problemen im Asylverfahrenverdana.


Hier geht es zur Presseerklärung des Bundesfachverbandes UMF zum Weltkindertag:
Kinderrechte in Deutschland verwirklichen

Hier geht zur Meldung des epd:

Fachverband kritisiert Abschiebung junger Flüchtlinge




plakat_weltkindertag_hannover_kleinEs diskutierten:

21. September 2009, 19 Uhr
Kunst- und Kommunikationszentrum Pavillon
Lister Meile 4, 30161 Hannover

• Filiz Polat, Mitglied des niedersächsischen Landtages, Die Grünen
• Susanne Schröder, Rechtsanwältin, Hannover
• Edda Rommel, Niedersächsischer Flüchtlingsrat
• Niels Espenhorst, Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V.



22. September 2009, 19 Uhr

Kulturwerkstatt
Bahnhofstraße 64, 33102 Paderborn

• Barbara Eßer, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen
• Frank Gockel, Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren e.V.
• Thomas Berthold, Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V.