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Veranstaltungen
Herbsttagung
Details - Herbsttagung des B-UMF 2009, Trier
Siebte Herbsttagung des B-UMF erfreute sich hoher Besucherzahlen
70 Fachkräfte sowie fünf junge Flüchtlinge fanden sich vom 14. bis 16. Oktober in Trier ein, um an der siebten Herbsttagung des Bundesfachverbands UMF teilzunehmen. Im Mittelpunkt des Programms standen die Themen Partizipation sowie gegenseitige Anerkennung von jungen Flüchtlingen und Fachkräften. Desweiteren wurde auch die Situation junger Flüchtlinge in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland in den Blick genommen.
Neben eher traditionellen Themen wie "Aufenthaltssicherung durch Arbeit" (Klaudia Dolk, Flüchtlingsrat NRW) oder "Strategien zur Umsetzung der Kinderrechte über kommunale Netzwerkarbeit" (Martin Rüttgers, Politikberatung&Forschung Köln) wurden in verschiedenen Perspektivgruppen und Vorträgen die Themen Teilhabe junger Flüchtlinge und Anerkennung diskutiert.
Den wissenschaftlichen Einstieg hierzu lieferte Dr. Thomas Geisen (FH Nordwestschweiz) mit seinem Vortrag "Identitätskonstruktion und Subjektpositionierung im Kontext von Ausgrenzungserfahrungen", in welchem er migrationstheoretische Ansätze darlegte, auf den Begriff der "Doppelten Adoleszenz" einging und den Fachkräften in Erinnerung rief, dass soziale Arbeit in Bezug auf den eigenen Ethnozentrismus stets kritisch hinterfragt werden muss.

Das Abendprogramm des ersten Tages wurde von 4 jungen Flüchtlingen aus Trier gestaltet: Mit einer Rede über "Das wahre Leben in Afghanistan", einem Theaterstück, das in vier Szenen alltägliche Probleme junger Flüchtlinge in Deutschland schilderte und einem friedensutopistischen Lied mit dem Titel "Stell dir die Welt so vor" brachten sie eindringlich ihre Perspektive auf das Thema "Umgang mit UMF" ein. Abschließend regten sie über gezielte Fragen an die Teilnehmenden Diskussionen zu bestimmten Problemen an. Eine Frage lautete z.B. bewusst naiv: "Was ist ein Vormund?" Damit wollten die Jugendlichen zum Ausdruck bringen, dass viele Unbegleitete keinen Vormund haben oder aber ihn noch nie getroffen haben.
Der nächste Vormittag stand im Zeichen der Perspektivgruppen. Ein Thema - "Kommunale Netzwerkarbeit" - wurde bereits genannt, die anderen beiden Themen waren die folgenden:
"Stärkung von Selbstorganisationspotenzialen junger Flüchtlinge in der Betreuungsarbeit". Professor Manfred Liebel (FU Berlin) gestaltete den Workshop hierzu gemeinsam mit Mohammed Jouni, Sprecher der Jugendlichen ohne Grenzen. Die Teilnehmenden konnten so von Wissenschaft, Empirie und Praxiserfahrung gleichzeitig profitieren.
"Anerkennung, Befähigung und Bildung als Leitlinien in der pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen aus benachteiligten Milieus".Diese Perspektivgruppe wurde von Ram Algam, Jugendleiter und Multiplikator im Projekt "Junge Flüchtlinge" der AWO München, und Karsten Maul vom Paritätischen Jugendwerk Niedersachsen geleitet. Auch hier ergänzten sich die Perspektiven der beiden Referenten und es entstand eine angeregte Diskussion mit den Teilnehmenden.

Der Nachmittag des zweiten Tages wurde dazu genutzt, die Situation der 16- und 17-jährigen Unbegleiteten Minderjährigen in Rheinland-Pfalz und im Saarland kennenzulernen. Dafür wurden Exkursionen in die Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende und in das Ausreisezentrum in Trier sowie zur Landesaufnahmestelle in Lebach (Saarland) unternommen. Es stellten jeweils zuerst die Dienststellenleiter und anschließend die Mitarbeiter der Ökumenischen Beratungsstelle bzw. der Caritas die Einrichtungen und ihre Arbeit vor und informierten die Teilnehmenden über die jeweiligen Probleme vor Ort.
Den Abschluss des inhaltlichen Teils übernahm am Freitag Morgen Ibrahim Ismail, der den Anwesenden "Neue Impulse für eine Sozialpädagogik der Migration" vermittelte, indem er aus seinem erfolgreichen und in den Medien ausführlich besprochenen Projekt Neue Wege berichtete.
Eine ausführliche Dokumentation der Tagung, in der Sie alle Beiträge noch einmal nachlesen können, können Sie hier online herunterladen (4,8 MB) oder kostenlos in der Geschäftsstelle anfordern.
Die Fachtagung wurde gefördert und unterstützt durch:

Tagungsleitung:
Goran Ekmescic und Stefanie Studnitz
Zur Tagungsdokumentation (4,8 MB)
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